Der Kommentar von Frau Gery vom Mai hat mir zwar gut gefallen, doch ist der Umstand, dass die Generation 50+ über die so wohlklingenden Softskills wie soziale Kompetenz, Empathie und Kommunikationsfähigkeit verfügt, noch nicht zu den meisten HR-Managern durchgedrungen. Auch Basics wie Rechtschreibung, stilsichere Ausdrucksweise und ein Mindestmaß an Wortschatz sind dieser Personengruppe noch geläufig.
Und ich lebe beispielsweise zweisprachig, also bin ich im Englischen sicher um einiges besser in Ausdruck, Grammatik, Stil und Rechtschreibung (die Aussprache nicht zu vergessen…) als der Durchschnitt. Trotzdem erhalte ich ausschließlich Absagen, obwohl ich fachlich (und auch in der Gestaltung meiner Unterlagen) mehr als qualifiziert und perfektionistisch veranlagt bin… Und diese Absagen (für Jobs im Bereich Front Office, Empfang, Assistenz) enthalten dann unter anderem so erfrischende Anreden wie „Sehr geehrter Frau Titel“, haarsträubende Grammatik (für die fehlenden Kenntnisse in Rechtschreibung gibt’s ja die passende Kontrolle, da probiert man dann einfach so lange herum, bis die rote Zickzack-Linie endlich entschwindet) und sparsamen bis freizügigen Umgang mit der Interpunktion. Und all das, obwohl in den Anforderungen gerade diese Skills gefordert werden. Wie hat dann die Person, die mir diese Absage schickt, ihren Job bekommen????
Ein Arbeitskundler, den ich vor kurzem kennen lernte, wollte mich trösten und teilte mir mit, dass die Begriffe „HR-Manager“ und „vernünftig“ schon semantisch nicht zusammengingen…. Ich kann nur hoffe, dass er damit NICHT recht behält….
↧
Von: M.Mattausch
↧